Hochgebirgs-Tagebuch II
Das datadirect - Anden - Team 2008
11.1.08
Das datadirect Anden-Team fühlt sich trainiert genug, nun den Gipfel des Cotopaxi (5.897 Meter) zu erreichen. Bisher läuft alles nach Plan. Die Männer brechen zum Cotopaxi Nationalpark auf. Sie erreichen die Berghütte Tambopaxi auf 3.720 Metern. Dieses Akklimatisationscenter wird ihr Lager für Freitag und Samstag sein. Von hier aus können Sie ihr erstes Hauptziel, den Gipfel des Cotopaxi sehen. (Vom 4.1. bis 11.1.08 siehe „Hochgebirgs-Tagebuch“ weiter unten.)
12.1.08
Am Nachmittag wandern sie drei Stunden lang zu einem gut erhaltenen Inka-Denkmal. An diesem Ort tauschten Inkaläufer ihre Nachrichten aus. Sie kehren zur Tambopaxi Berghütte zurück. Dort testen sie ihre Steigeisen, die Gurte und die Eisgeräte. Ernst Müller, der Bergführer, erklärt seine Einseil-Taktik.
13.1.08
Am Sonntag unternehmen die Bergsteiger zur weiteren Akklimatisation eine Wanderung zur Schutzhütte am Cotopaxi und bis zum Gletscher auf 5.000 Meter. Das Wetter ist gut. Der Cotopaxi ist den ganzen Tag frei! Ein herrlicher Anblick und alle möchten am liebsten gleich hinauf stürmen …
14.1.08
Montag Nachmittag um 15 Uhr legen sich die Männer schlafen. Um 22 Uhr stehen sie auf und frühstücken gemeinsam. 23 Uhr ist Abfahrt. Eine Stunde dauert die Fahrt zum Parkplatz des Cotopaxi auf 4.600 Meter Höhe. Weitere 50 Minuten benötigen sie zur Berghütte „Rif Jose Ribas“, wo schon einige Seilschaften mit dem Aufstieg begonnen haben.
In drei Seilschaften: Bergführer Ernst Müller und Reiner Reichert, Thomas Nieberle und Klaus Hildenbrandt, Edgar Faller und Wolfgang Klein, geht es los. Sternenklare Nacht, Stirnlampen und beste Ausrüstung. Trotzdem bleiben Zweifel, ob sie den Gipfel erreichen werden.
Der Berg hat keine flachen Stellen. Immer geht es extrem steil nach oben. Der Berg wird steil und steiler. Jeder Schritt fällt ihnen schwer und schwerer. Einige Gletscherquerungen sichern sie zusätzlich mit Fixseilen. Ein falscher Schritt und man stürzt Tausend Meter hinab. Die letzten hundert Höhenmeter sind besonders steil. Die Männer saugen bei 10 Grad minus die letzte Kraft aus ihren Beinen. Endlich erreichen sie, völlig erschöpft, den Gipfel. Und wieder stehen sie dort umhüllt von dichtem Nebel.
Sie steigen umgehend ab und begegnen Seilschaften, die sie vor einer Stunde überholt hatten. Sie sehen, wie die Bergsteiger im Eis knien, sich auf die Pickel stützen oder am Seil im Schnee liegen - völlig erschöpft vom Aufstieg. Jetzt erst wird den Bergkameraden klar, was sie da eben geschafft haben. Freude erfasst sie. Gemeinsam haben sie den Cotopaxi, einen der höchsten aktiven Vulkane der Erde, bezwungen. Der weitere Abstieg gelingt.
Nach diesen enormen Anstrengungen fahren sie sogleich weiter zum Nachbarvulkan des Chimborazo, zum feuer- und aschespeienden Vulkan Tungurahua nach Baños (sprich: Banjos), um dort voraussichtlich zwei Tage lang die heißen Thermalquellen zur Regeneration zu nutzen. Dann soll es weitergehen.
Ihr zweites Hauptziel ist der Chimborazo, der höchste Berg Ecuadors mit 6.310 Metern (oder auch 6.267 Metern). Ob sie den Chimborazo erfolgreich besteigen werden? Sie zweifeln stark daran. Denn vom aktiven Nachbarvulkan Tungurahua wehte heiße Asche auf den Chimborazo. Dadurch schmolz der Schnee und es bildete sich blankes Eis. Das Anden-Team wird trotzdem einen Versuch wagen, den Gipfel zu erreichen. Drei Bergführer sollen die Chancen erhöhen helfen. Thomas Nieberle hofft, „dass wenigstens eine Seilschaft es vielleicht schafft“.









